Der Butterfly Hug: Wie die Schmetterlingsumarmung Dich beruhigt
Die Arme vor der Brust kreuzen und sich sanft, abwechselnd beklopfen – das ist der Butterfly Hug. Was aussieht wie eine Umarmung, ist eine erstaunlich wirksame Übung, um sich in aufgewühlten Momenten selbst zu beruhigen. Woher sie kommt, warum sie hilft und wie Du sie machst.
Was der Butterfly Hug ist
Der Butterfly Hug – auf Deutsch Schmetterlingsumarmung – ist eine Übung zur Selbstberuhigung. Du kreuzt die Arme vor der Brust, sodass die Hände auf den gegenüberliegenden Oberarmen oder Schlüsselbeinen liegen, und klopfst dann abwechselnd links und rechts, langsam und sanft.
Entwickelt wurde die Technik ursprünglich in der Traumaarbeit, um Menschen nach belastenden Erlebnissen zu helfen, sich wieder zu stabilisieren. Inzwischen nutzen viele sie ganz allgemein, um in Momenten von Anspannung, Aufregung oder Unruhe zur Ruhe zu kommen.
Warum abwechselndes Klopfen beruhigt
Das Besondere am Butterfly Hug ist der Wechsel von einer Körperseite zur anderen. Dieses abwechselnde, gleichmäßige Reizen beider Körperhälften wirkt auf viele Menschen ordnend und beruhigend – ähnlich wie ein gleichmäßiger Schritt beim Gehen oder das Schaukeln, mit dem man ein Kind tröstet.
Dazu kommt der körperliche Kontakt: Sich selbst zu berühren und sanft zu halten sendet ein Gefühl von Sicherheit. Man muss die genauen Hintergründe nicht verstehen, um die Wirkung zu spüren – wichtig ist, dass das ruhige, wiederkehrende Klopfen den Körper aus der Aufregung holt.
So machst Du ihn Schritt für Schritt
Setz oder stell Dich bequem hin. Kreuze die Arme so vor der Brust, dass jede Hand auf dem gegenüberliegenden Oberarm ruht – die Arme bilden dabei die Form von Schmetterlingsflügeln. Beginne nun, abwechselnd mit der linken und der rechten Hand sanft zu klopfen, in einem langsamen, gleichmäßigen Rhythmus.
Atme dabei ruhig weiter und lass die Schultern sinken. Mach das für ein bis zwei Minuten und spüre nach, wie es Dir geht. Es gibt kein richtig oder falsch beim Tempo – orientiere Dich an dem, was sich angenehm und beruhigend anfühlt.
Wann er besonders hilft
Der Butterfly Hug eignet sich gut, wenn Du innerlich aufgewühlt bist, Dich überwältigt fühlst oder nach einem aufregenden Erlebnis nicht zur Ruhe kommst. Viele nutzen ihn auch abends im Bett, um vor dem Einschlafen herunterzufahren.
Weil er so einfach und unaufdringlich ist, lässt er sich auch gut Kindern zeigen, die aufgeregt oder ängstlich sind. Und weil niemand ihn Dir ansieht, wenn Du die Arme nur leicht verschränkst, kannst Du ihn im Stillen fast überall anwenden.
Ehrlich eingeordnet
Der Butterfly Hug beruhigt viele Menschen zuverlässig im Moment – aber er ist ein Werkzeug zur Selbstberuhigung, keine Traumatherapie. Wenn Du mit belastenden Erinnerungen oder einem Trauma zu tun hast, kann die Übung Dich unterstützen, ersetzt aber nicht die Begleitung durch eine Fachperson.
Betrachte ihn als das, was er ist: eine sanfte, sofort verfügbare Möglichkeit, Deinem Körper in einem schwierigen Moment Sicherheit zu geben. Für die Aufarbeitung tiefer liegender Themen braucht es mehr – und dafür Hilfe zu suchen ist klug.
Regelmäßig geübt am wirksamsten
Wie die meisten Beruhigungsübungen wirkt auch der Butterfly Hug besser, wenn er vertraut ist. Wenn Du ihn ab und zu in ruhigen Momenten machst, steht er Dir im aufgewühlten Moment als bekannte, verlässliche Geste zur Verfügung.
So wird das sanfte Klopfen mit der Zeit zu einem kleinen Ritual, mit dem Du Dich selbst zurück in die Ruhe holen kannst – jederzeit und ohne Hilfsmittel.
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