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Alltag & Situatives

Frühjahrsmüdigkeit: Warum das Frühjahr müde macht und was hilft

Ausgerechnet wenn draußen alles aufblüht, fühlen sich viele schlapp und antriebslos. Frühjahrsmüdigkeit ist ein verbreitetes Phänomen, und meist vorübergehend. Warum die Übergangszeit den Körper fordert und was Dir hilft, wieder in Schwung zu kommen.

Paulina ThurmAktualisiert am 8. September 20268 Min. Lesezeit
Frühjahrsmüdigkeit: Warum das Frühjahr müde macht und was hilft

Was Frühjahrsmüdigkeit ist

Frühjahrsmüdigkeit beschreibt das verbreitete Phänomen, sich im Übergang von Winter zu Frühling müde, schlapp und antriebslos zu fühlen, obwohl die Tage länger und heller werden. Viele Menschen erleben in dieser Zeit ein Stimmungstief, Konzentrationsprobleme oder ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

So paradox es wirkt: Es hat mit der Umstellung zu tun, die der Körper in dieser Zeit leisten muss. Wichtig zu wissen: Frühjahrsmüdigkeit ist keine Krankheit, sondern eine vorübergehende Anpassungsphase.

Warum das Frühjahr müde macht

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze, die zusammenspielen. Der Körper stellt sich auf die neue Jahreszeit um: Licht, Temperaturen und der Tagesrhythmus ändern sich, und der Organismus muss sich daran gewöhnen. Diese Umstellung kostet Energie.

Eine Rolle spielt vermutlich auch das Zusammenspiel körpereigener Botenstoffe, die von Licht und Jahreszeit beeinflusst werden. Während sich der Körper neu einpendelt, kann sich das eine Weile als Müdigkeit bemerkbar machen. Sobald die Umstellung abgeschlossen ist, legt sich das in der Regel von selbst.

Wie lange es dauert

Die gute Nachricht: Frühjahrsmüdigkeit ist meist nur eine Phase. In der Regel dauert sie einige Tage bis wenige Wochen, während sich der Körper an die neue Jahreszeit anpasst. Danach kehren Energie und Antrieb normalerweise von selbst zurück.

Du musst also nicht befürchten, dass dieser Zustand bleibt. Es hilft, ihn als das zu sehen, was er ist: eine vorübergehende Umstellungszeit, in der Dein Körper etwas mehr Nachsicht und Unterstützung brauchen darf als sonst.

Was gegen die Müdigkeit hilft

Am wirksamsten ist Licht: Geh so viel wie möglich nach draußen, gerade am Morgen. Tageslicht hilft Deinem Körper, den Rhythmus zu finden und wach zu werden. Auch Bewegung an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung und vertreibt die Trägheit.

Ein einigermaßen regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützt die Umstellung, ebenso frische, leichte Mahlzeiten und ausreichend Wasser. Und wenn Dich das Nachmittagstief erwischt, kann ein kurzer Powernap helfen, ohne den Nachtschlaf zu stören. Kleine Dinge, die in Summe viel bewegen.

Ein Tagesablauf, der aus dem Tief hilft

Morgens: Direkt nach dem Aufstehen ans Fenster oder vor die Tür, zehn Minuten Tageslicht ins Gesicht, ohne Sonnenbrille. Das ist das stärkste Signal an die innere Uhr, und es wirkt am ersten Tag. Dazu ein Glas Wasser, ein Frühstück mit etwas Eiweiß und wenig Zucker, damit der Blutzucker nicht gleich nach oben und wieder nach unten schießt.

Mittags: Raus, egal wie kurz. Zwanzig Minuten Spaziergang in der Mittagspause bringen mehr als jeder Kaffee. Danach, wenn das Tief kommt, ein Powernap von höchstens zwanzig Minuten, nicht später als 15 Uhr. Nachmittags: Kein Koffein mehr, dafür Bewegung, die den Kreislauf fordert: Treppen, Fahrrad, zügiges Gehen.

Abends: Früher ins Bett als im Winter, aber nicht viel früher. Bildschirme in der letzten Stunde aus, Zimmer kühl und dunkel, feste Zeit. Wer diesen Ablauf eine Woche durchhält, merkt meist schon deutlich, wie die Trägheit weicht.

Was der Körper im Frühjahr umstellt

Im Winter läuft der Körper auf Sparflamme: weniger Licht, mehr des Schlafhormons Melatonin, weniger Bewegung, ein trägerer Kreislauf. Mit den längeren Tagen muss er umschalten. Das Melatonin sinkt, aktivierende Botenstoffe steigen, die Gefäße weiten sich bei wärmeren Temperaturen, was den Blutdruck kurzfristig senkt und schwindelig oder müde machen kann.

Diese Umstellung ist Arbeit, und sie passiert nicht an einem Tag. Dazu kommt, dass die Reserven nach dem Winter oft aufgebraucht sind: wenig Vitamin D durch fehlende Sonne, wenig Bewegung, manchmal schwereres Essen. Der Körper hat also weniger, womit er die Umstellung stemmen kann.

Licht und Bewegung sind deshalb keine Tipps am Rande, sondern genau die beiden Hebel, die die Umstellung beschleunigen. Das eine stellt die innere Uhr, das andere bringt den Kreislauf auf Betriebstemperatur. Ein Nervensystem, das dabei nicht auch noch im Dauerstress läuft, schafft die Anpassung deutlich leichter.

Frühjahrsmüdigkeit und Stimmung

Viele erleben im Frühjahr nicht nur Müdigkeit, sondern auch Reizbarkeit oder ein Stimmungstief, und wundern sich, weil doch alles heller wird. Das hängt zusammen: Wer müde ist, hat weniger Puffer für Alltagsstress, und wer sich müde fühlt, während alle anderen scheinbar aufblühen, setzt sich zusätzlich unter Druck.

Hilfreich ist, die Müdigkeit als Phase zu sehen und nicht als persönliches Versagen. Der Körper braucht gerade etwas mehr, nicht weniger. Kleine Ruheinseln am Tag, ein kurzer Reset zwischendurch, frühere Abende. Und Nachsicht mit der eigenen Leistung: Ein paar Wochen etwas langsamer sind kein Drama.

Wenn das Tief allerdings tiefer geht als Müdigkeit, wenn Freude fehlt, der Antrieb über Wochen weg ist und der Schlaf sich verändert, ist das kein Frühjahrsthema mehr. Dann sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Eine depressive Phase kann auch im Frühjahr beginnen, und sie ist gut behandelbar.

Sanft mit sich sein statt ankämpfen

Statt gegen die Müdigkeit anzukämpfen und sich für die geringere Leistungsfähigkeit zu kritisieren, hilft es, dem Körper die Umstellungszeit zuzugestehen. Etwas mehr Ruhe, etwas weniger Druck und ein freundlicher Umgang mit Dir selbst sind in dieser Phase genau das Richtige.

Sich in einer solchen Zeit nicht zu überfordern, sondern gut für sich zu sorgen, ist gelebte Selbstfürsorge. Du arbeitest mit Deinem Körper statt gegen ihn, und unterstützt so ganz nebenbei auch Dein seelisches Gleichgewicht in einer fordernden Übergangszeit.

Zur Ruhe kommen und auftanken, begleitet

Gerade in einer Phase der Umstellung tut es gut, bewusst für Erholung und Ausgleich zu sorgen. Kurze Ruhepausen, etwas Achtsamkeit und guter Schlaf helfen Deinem Körper, wieder in Schwung zu kommen und die Müdigkeit hinter sich zu lassen.

Das House of Peace begleitet Dich dabei mit Powernaps, Entspannungsübungen und Einschlafhilfen. Kleine Auszeiten, die Dir helfen, aufzutanken und ausgeruht durch die Übergangszeit zu kommen. Damit Du die hellere Jahreszeit bald wieder mit voller Energie genießen kannst.

Häufige Fragen zur Frühjahrsmüdigkeit

Gibt es Frühjahrsmüdigkeit wirklich, oder ist das Einbildung?

Sie ist keine medizinische Diagnose, aber ein weit verbreitetes Erleben, und es gibt plausible Erklärungen dafür: die Umstellung des Hormonhaushalts an mehr Licht, schwankende Temperaturen, die den Kreislauf fordern, und ein Winter mit wenig Bewegung und Tageslicht. Dass so viele Menschen dasselbe zur selben Zeit spüren, spricht gegen Einbildung.

Wie lange dauert Frühjahrsmüdigkeit normalerweise?

Meist einige Tage bis wenige Wochen, bis der Körper sich an die neue Jahreszeit angepasst hat. Wer viel draußen ist und sich bewegt, verkürzt die Phase deutlich. Bleibt die Müdigkeit über mehrere Wochen bestehen oder wird stärker, ist das ein Grund, andere Ursachen abklären zu lassen.

Hilft mehr Schlaf?

Nur bedingt. Wer im Frühjahr deutlich länger schläft, fühlt sich oft noch träger, weil der Rhythmus verschoben wird. Besser ist eine feste Aufstehzeit mit Tageslicht direkt danach, ein kurzer Powernap am frühen Nachmittag, wenn nötig, und ein Abend, der nicht zu spät endet. Regelmäßigkeit hilft mehr als Menge.

Sollte ich Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Nicht auf Verdacht. Ein Vitamin-D-Mangel nach dem Winter ist in unseren Breiten häufig und kann Müdigkeit verstärken, aber ob er vorliegt, zeigt nur ein Bluttest. Sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, bevor Du Präparate nimmst. Tageslicht, Bewegung und frische Mahlzeiten sind die Basis, die ohne Test funktioniert.

Wann ist Müdigkeit im Frühjahr ein Warnsignal?

Wenn sie über Wochen anhält, trotz ausreichend Schlaf jeden Tag da ist, mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit oder Interessenverlust einhergeht oder wenn körperliche Beschwerden dazukommen. Dann kann etwas anderes dahinterstecken, etwa Eisenmangel, eine Schilddrüsenstörung, ein Infekt oder eine depressive Phase. Eine Blutuntersuchung und ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt bringen Klarheit.

Paulina Thurm
Meditationslehrerin, Autorin & Gründerin des House of Peace

Paulina Thurm ist Autorin ("Kleine Meditationen für jede Gelegenheit") und Host des Podcasts "Meditation für jeden Tag", der über 30 Millionen Mal gehört wurde. Im House of Peace begleitet sie Dich mit über 700 Audios durch Deinen Alltag.

Auftanken und zur Ruhe kommen

Im House of Peace findest Du Powernaps, Entspannungsübungen und Einschlafhilfen, kleine Auszeiten, die Dir helfen, aufzutanken und ausgeruht durch die Übergangszeit zu kommen.

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