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Schlaf

Bodyscan zum Einschlafen: Mit dem Körper zur Ruhe kommen

Der Körper liegt im Bett, aber der Kopf ist noch überall. Der Bodyscan holt die Aufmerksamkeit dorthin zurück, wo Ruhe entstehen kann: in den Körper. Was diese Übung ist, warum sie beim Einschlafen hilft und wie Du sie Schritt für Schritt machst.

Paulina ThurmAktualisiert am 7. September 20269 Min. Lesezeit
Bodyscan zum Einschlafen: Mit dem Körper zur Ruhe kommen

Was ein Bodyscan ist

Der Bodyscan ist eine einfache Achtsamkeitsübung: Du wanderst mit Deiner Aufmerksamkeit langsam durch den Körper und nimmst nacheinander die einzelnen Körperregionen wahr, von den Füßen bis zum Kopf oder umgekehrt. Du spürst einfach hin, ohne etwas verändern zu müssen.

Es geht nicht darum, etwas Bestimmtes zu fühlen oder den Körper zu entspannen. Du beobachtest nur, was ohnehin da ist: Wärme, Schwere, Kribbeln, Druck der Matratze, oder auch nichts Besonderes. Diese schlichte, freundliche Aufmerksamkeit ist schon die ganze Übung.

Warum er beim Einschlafen hilft

Beim Einschlafen ist das größte Hindernis meist der Kopf: Gedanken an den Tag, an morgen, an alles Mögliche. Der Bodyscan gibt der Aufmerksamkeit eine ruhige, körperliche Aufgabe. Und solange sie beim Körper ist, kann sie nicht gleichzeitig im Gedankenkarussell sein.

Dazu kommt: Das langsame Wandern durch den Körper ist von Natur aus beruhigend und eintönig im besten Sinne. Es fordert nichts und regt nicht auf, es führt Dich sanft aus dem Denken heraus. Genau dieser Übergang vom Kopf in den Körper ist es, der das Einschlafen erleichtert.

So gehst Du vor

Leg Dich bequem auf den Rücken und schließ die Augen. Beginne bei den Füßen: Richte Deine Aufmerksamkeit für ein paar Atemzüge dorthin und nimm wahr, was Du spürst. Wandere dann langsam weiter nach oben: Unterschenkel, Knie, Oberschenkel, Becken, Bauch, Brust, Arme, Hände, Schultern, Nacken, Gesicht.

Bei jeder Region verweilst Du kurz. Es gibt kein Tempo, das Du einhalten musst. Je langsamer, desto besser. Wenn Du dabei einschläfst, bevor Du oben ankommst: perfekt. Genau das ist beim Einschlaf-Bodyscan erwünscht.

Der Unterschied zu "Entspannen müssen"

Viele machen beim Versuch zu entspannen einen Denkfehler: Sie wollen die Entspannung erzwingen, und erzeugen damit neuen Druck. Der Bodyscan umgeht das, weil er gar nicht verlangt, dass Du Dich entspannst. Du sollst nur wahrnehmen.

Diese Haltung des bloßen Beobachtens nimmt den Leistungsdruck heraus. Du kannst nichts falsch machen, es gibt kein Ziel zu erreichen. Und paradoxerweise ist genau das der Zustand, in dem sich Entspannung von selbst einstellt: nicht weil Du sie machst, sondern weil Du aufhörst, etwas zu müssen.

Zwei typische Stolpersteine

Was, wenn die Gedanken abschweifen? Das ist völlig normal und passiert jedem. Sobald Du es merkst, kehrst Du einfach freundlich zur Körperregion zurück, bei der Du warst, ohne Ärger über die Ablenkung. Dieses sanfte Zurückkehren ist kein Scheitern, sondern Teil der Übung.

Und wenn ich nichts spüre? Auch das ist in Ordnung. "Nichts Besonderes" ist eine völlig gültige Wahrnehmung. Es geht nicht darum, etwas zu erzeugen, sondern nur darum, freundlich hinzuspüren, was immer da ist oder eben nicht.

Eine ausführliche Anleitung für heute Nacht

Wenn Du den Bodyscan ohne Audio machen möchtest, hilft ein fester Ablauf. Leg Dich auf den Rücken, Arme neben dem Körper, Handflächen nach oben oder unten, wie es bequem ist. Nimm drei Atemzüge mit langer Ausatmung und lass den Körper mit jedem Ausatmen ein Stück schwerer in die Matratze sinken.

Beginne mit dem linken Fuß: Zehen, Fußsohle, Ferse, Fußrücken. Bleib bei jeder Stelle etwa zwei Atemzüge. Dann Unterschenkel, Knie, Oberschenkel. Wechsle zum rechten Fuß und geh denselben Weg. Dann Becken, unterer Rücken, Bauch, oberer Rücken, Brust. Beide Hände gleichzeitig: Finger, Handflächen, Handgelenke, Unterarme, Ellbogen, Oberarme, Schultern. Zum Schluss Nacken, Hinterkopf, Kiefer, Wangen, Augen, Stirn, Scheitel.

Spüre am Ende den Körper als Ganzes, vom Scheitel bis zu den Zehen, und lass ihn einfach liegen. Wenn Du bis hierhin wach geblieben bist, bleib noch ein paar Atemzüge in diesem Gefühl, ohne etwas zu wollen. Der Schlaf kommt oft genau dann, wenn Du aufhörst, auf ihn zu warten.

Wo die meisten Spannung halten, ohne es zu merken

Der Bodyscan zeigt Dir mit der Zeit Deine persönlichen Spannungsorte. Bei sehr vielen Menschen sind es dieselben: der Kiefer, der auch nachts leicht zusammengebissen bleibt. Die Schultern, die ein Stück näher an den Ohren hängen als nötig. Die Stirn mit einer feinen Falte zwischen den Augenbrauen. Und der Bauch, der beim Atmen kaum mitgeht, weil die Bauchdecke festgehalten wird.

Du musst diese Stellen nicht entspannen. Aber es hilft, beim Bodyscan dort etwas länger zu verweilen und beim Ausatmen innerlich die Einladung auszusprechen, dass die Stelle weicher werden darf. Oft passiert es dann von selbst. Und wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Wahrnehmen reicht.

Ein verspannter Nacken ist übrigens häufig ein Tageserbe: Wer den Tag über die Schultern hochzieht, nimmt die Spannung mit ins Bett. Der abendliche Bodyscan ist dann auch eine Bestandsaufnahme dafür, was tagsüber zu viel war.

Als Gewohnheit am wirksamsten

Wie die meisten ruhigen Übungen entfaltet der Bodyscan seine Wirkung durch Wiederholung. Je vertrauter er wird, desto schneller führt er Dich in den ruhigen Zustand. Dein Körper lernt den Weg mit der Zeit fast von selbst.

Wenn Du magst, mach ihn zu einem festen Teil Deines Zubettgehens. Anfangs hilft eine geführte Version, bei der eine ruhige Stimme Dich durch den Körper führt, so musst Du Dir nichts merken und kannst Dich ganz dem Spüren überlassen.

In den Körper zu spüren ist Selbstfürsorge

Dir am Abend Zeit zu nehmen, freundlich in Deinen Körper zu spüren, statt im Kopf zu kreisen, ist eine wohltuende Form der Selbstfürsorge. Dieser sanfte Übergang vom Denken ins Spüren tut Deinem Schlaf und Deiner inneren Ruhe gut.

Je vertrauter Dir der Bodyscan wird, desto leichter führt er Dich in die Entspannung. Das House of Peace begleitet Dich mit geführten Bodyscans und Einschlafmeditationen, bei denen eine ruhige Stimme Dich durch den Körper begleitet, damit Du nur noch loslassen musst.

Häufige Fragen zum Bodyscan

Wie lange sollte ein Bodyscan zum Einschlafen dauern?

Zum Einschlafen reichen zehn bis zwanzig Minuten. Geführte Versionen für die Nacht sind oft bewusst so aufgebaut, dass die Stimme langsamer und leiser wird und irgendwann verstummt. Du musst nicht bis zum Ende wach bleiben, das Einschlafen mittendrin ist das Ziel, nicht das Scheitern.

Von den Füßen nach oben oder vom Kopf nach unten?

Zum Einschlafen bewährt sich der Weg von den Füßen nach oben. Die Füße sind weit weg vom Kopf und damit vom Denken, das macht den Einstieg leicht. Wer im Gesicht und Kiefer besonders viel Spannung hält, kann dort beginnen und nach unten wandern. Wichtiger als die Richtung ist, dass Du die Reihenfolge nicht ständig wechselst, damit Dein Körper den Ablauf lernt.

Was ist der Unterschied zwischen Bodyscan und progressiver Muskelentspannung?

Bei der progressiven Muskelentspannung spannst Du Muskelgruppen bewusst an und lässt dann los. Der Bodyscan verzichtet auf das Anspannen, Du nimmst nur wahr. Beide führen in den Körper, die Muskelentspannung ist aktiver, der Bodyscan passiver. Fürs Einschlafen ist der Bodyscan meist die sanftere Wahl, weil er nichts fordert.

Ich werde beim Bodyscan unruhig statt ruhig. Was mache ich falsch?

Wahrscheinlich nichts. Wenn Du sonst wenig im Körper bist, kann die plötzliche Aufmerksamkeit ungewohnt sein und Unruhe erst sichtbar machen, die vorher schon da war. Fang mit kürzeren Durchgängen an, bleib bei den Füßen und Beinen, und lass Brust und Bauch anfangs aus, wenn dort die Unruhe sitzt. Mit der Zeit wird die Aufmerksamkeit im Körper vertraut und die Unruhe weicht.

Kann ich den Bodyscan auch tagsüber machen?

Ja, und das ist sogar sinnvoll. Tagsüber ist er eine Achtsamkeitsübung, die Dir zeigt, wo Du Spannung hältst, bevor sie zum Problem wird. Sitzend am Schreibtisch reichen drei Minuten. Nachts ist er dann schon vertraut und führt schneller in die Ruhe.

Paulina Thurm
Meditationslehrerin, Autorin & Gründerin des House of Peace

Paulina Thurm ist Autorin ("Kleine Meditationen für jede Gelegenheit") und Host des Podcasts "Meditation für jeden Tag", der über 30 Millionen Mal gehört wurde. Im House of Peace begleitet sie Dich mit über 700 Audios durch Deinen Alltag.

Geführt in den Schlaf spüren

Im House of Peace findest Du geführte Bodyscans und Einschlafmeditationen, bei denen eine ruhige Stimme Dich durch den Körper begleitet, damit Du nur noch hören und loslassen musst.

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