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Meditation

Meditation lernen: Der ehrliche Einstieg ohne Druck

Alle reden davon, viele haben es probiert, und die meisten hören nach drei Tagen wieder auf. Nicht, weil Meditation nicht funktioniert, sondern weil der Einstieg oft falsch erklärt wird. Was Meditation wirklich ist, was Du dafür brauchst und wie Deine ersten Minuten aussehen können.

Paulina Thurm6 Min. Lesezeit
Meditation lernen: Der ehrliche Einstieg ohne Druck

Was Meditation ist, und was nicht

Meditation heißt nicht, an nichts zu denken. Das ist das hartnäckigste Missverständnis und der häufigste Grund, warum Menschen frustriert aufgeben. Dein Gehirn produziert Gedanken, so wie Dein Herz schlägt. Das lässt sich nicht abstellen, und das ist auch nicht das Ziel.

Meditation ist etwas viel Einfacheres: Du richtest Deine Aufmerksamkeit auf eine Sache, zum Beispiel Deinen Atem. Sie wandert weg, Du bemerkst es, Du holst sie zurück. Das ist die ganze Übung. Jedes Zurückholen ist kein Fehler, sondern genau die Wiederholung, die Dein Gehirn trainiert. Wer das einmal verstanden hat, verliert die Angst, es falsch zu machen.

Was Du dafür brauchst

Fast nichts. Kein Kissen, keine Kerze, keine Stille. Du brauchst einen Platz, an dem Du ein paar Minuten ungestört bist, und eine Haltung, in der Du wach bleibst. Ein Stuhl reicht völlig: Füße auf dem Boden, Rücken aufrecht, aber nicht steif, Hände im Schoß.

Der Schneidersitz ist eine Möglichkeit, keine Bedingung. Wenn Deine Knie oder Dein Rücken das nicht mögen, nimm den Stuhl. Eine Haltung, in der Du nach zwei Minuten nur noch an Deine Hüfte denkst, bringt Dich nicht weiter. Bequem und aufrecht schlägt jedes Bild, das Du von Meditation im Kopf hast.

Deine ersten fünf Minuten

Setz Dich hin, stell einen Timer auf fünf Minuten und schließ die Augen oder senk den Blick. Spür, wie der Atem von selbst kommt und geht. Du musst ihn nicht verändern, nur bemerken. Wo spürst Du ihn am deutlichsten: an der Nase, im Brustkorb, im Bauch? Bleib dort.

Nach ein paar Atemzügen wirst Du merken, dass Du längst über die Einkaufsliste nachdenkst. Gut. Genau das ist der Moment, um den es geht. Sag innerlich freundlich "Denken" und geh zurück zum Atem. Das wiederholst Du, bis der Timer klingelt. Wenn Du in fünf Minuten zwanzigmal zurückgekehrt bist, hast Du zwanzigmal geübt, nicht zwanzigmal versagt.

Warum es am Anfang unruhig ist

Viele erschrecken in den ersten Sitzungen darüber, wie laut es im Kopf ist. Das liegt nicht an der Meditation. Der Lärm war vorher auch da, Du hattest nur nie die Gelegenheit, ihn zu hören. Tagsüber übertönt ihn alles andere. In der Stille wird er sichtbar.

Dazu kommt der Körper. Wer den ganzen Tag im Aktivmodus läuft, sitzt sich nicht in zwei Minuten ruhig. Dein Nervensystem braucht einen Moment, um zu verstehen, dass gerade nichts zu erledigen ist. Ein paar bewusst lange Ausatmungen zu Beginn helfen ihm dabei. Die Unruhe ist kein Zeichen, dass Du es nicht kannst. Sie ist der Grund, warum Du es übst.

Wie aus dem Versuch eine Gewohnheit wird

Nicht die Länge entscheidet, sondern die Regelmäßigkeit. Fünf Minuten an fünf Tagen bringen mehr als eine halbe Stunde am Sonntag. Koppel die Meditation an etwas, das Du sowieso tust: nach dem Zähneputzen, vor dem ersten Kaffee, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Der feste Platz im Tag nimmt Dir die tägliche Entscheidung ab.

Und sei nachsichtig mit Lücken. Ein ausgelassener Tag ist kein Neustart bei null. Du machst am nächsten Tag einfach weiter. Wer sich für jede Pause verurteilt, verbindet Meditation bald mit schlechtem Gewissen, und das ist das Letzte, was sie sein sollte.

Geführt anfangen macht es leichter

Am Anfang ist es ungewohnt, mit sich allein zu sitzen. Eine Stimme, die Dich durch die Minuten führt, nimmt Dir das Raten ab: Sie erinnert Dich daran, zurückzukommen, und sagt Dir, wann es vorbei ist. Deshalb starten die meisten Menschen leichter mit geführten Meditationen als in völliger Stille.

Im House of Peace findest Du dafür kurze Einstiegsmeditationen von drei bis zehn Minuten, gesprochen von Paulina Thurm und weiteren echten Stimmen aus dem deutschsprachigen Raum. Du musst nichts vorbereiten und nichts können. Du drückst auf Play, setzt Dich hin und lässt Dich führen.

Paulina Thurm
Meditationslehrerin, Autorin & Gründerin des House of Peace

Paulina Thurm ist Autorin ("Kleine Meditationen für jede Gelegenheit") und Host des Podcasts "Meditation für jeden Tag", der über 30 Millionen Mal gehört wurde. Im House of Peace begleitet sie Dich mit über 600 Audios durch Deinen Alltag.

Einfach anfangen, mit Begleitung

Im House of Peace findest Du kurze Einstiegsmeditationen von drei bis zehn Minuten, auf Deutsch gesprochen und gemacht für die ersten Schritte. Du kannst kostenlos reinhören.

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