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Meditation

Morgens oder abends meditieren? Was zu welcher Tageszeit passt

Morgens, sagen die Frühaufsteher. Abends, sagen alle, die morgens keine Minute übrig haben. Die ehrliche Antwort ist weniger dogmatisch: Jede Tageszeit hat eine eigene Wirkung, und die beste Zeit ist die, an der Du es tatsächlich tust. Was Morgen, Mittag und Abend jeweils können.

Paulina Thurm5 Min. Lesezeit
Morgens oder abends meditieren? Was zu welcher Tageszeit passt

Der Morgen: Den Ton für den Tag setzen

Wer morgens meditiert, tut das, bevor der Tag ihn erwischt. Der Kopf ist noch nicht voll, das Handy noch nicht an, und die Wirkung trägt in alles hinein, was danach kommt. Viele berichten, dass sie an Tagen mit Morgenmeditation eine Sekunde länger brauchen, bevor sie auf etwas reagieren. Diese Sekunde ist viel wert.

Der Morgen hat aber eine Bedingung: Er muss Platz haben. Wer mit Kindern, Pendeln und dem ersten Meeting startet, findet um sieben Uhr selten fünf ruhige Minuten. Dann wird aus der Morgenmeditation schnell ein weiterer Punkt, der nicht klappt. Wer morgens meditieren will, muss meist etwas anderes dafür weglassen, und das ehrlich einplanen. Wer mit Herzklopfen aufwacht, hat mit einer kurzen Atemmeditation vor dem Aufstehen allerdings ein starkes Werkzeug.

Der Abend: Den Tag ablegen

Abends meditieren heißt, den Tag bewusst zu beenden, statt ihn einfach mit ins Bett zu nehmen. Der Körper ist ohnehin auf Runterfahren eingestellt, und eine Meditation verstärkt das. Sie schafft die Trennung zwischen Erledigen und Ruhen, die vielen fehlt, wenn der Laptop bis zehn offen war und das Bett direkt danach kommt.

Die Schwäche des Abends: Müdigkeit. Wer abends meditiert, schläft oft ein, was im Liegen völlig in Ordnung ist, wenn das Einschlafen das Ziel war. Wer aber wach üben will, sollte den Abend früher ansetzen, etwa direkt nach der Arbeit, als klares Signal fürs Abschalten.

Die Mitte: Die unterschätzte Pause

Die Mittagszeit wird selten empfohlen und ist doch für viele die beste Wahl. Der Vormittag hat Spannung aufgebaut, der Nachmittag steht noch bevor. Fünf Minuten dazwischen wirken wie ein Reset: Schultern runter, Atem lang, Kopf leer. Das geht am Schreibtisch mit geschlossener Tür, im Auto oder auf einer Bank draußen.

Die Mittagsmeditation hat einen praktischen Vorteil: Sie hängt nicht am Morgenchaos und nicht an der Abendmüdigkeit. Und sie unterbricht die Stress-Kette, bevor sie sich bis in den Abend zieht. Wer sein Nervensystem tagsüber immer wieder kurz runterfährt, kommt abends deutlich gelassener an.

Was wichtiger ist als die Uhrzeit

Drei Dinge zählen mehr als die Tageszeit. Erstens: ein fester Anker. Meditation nach einer Gewohnheit, die sowieso stattfindet, hält am längsten: nach dem Zähneputzen, nach dem Mittagessen, wenn die Haustür abends zufällt. Zweitens: Regelmäßigkeit vor Dauer. Fünf Minuten täglich zur schlechtesten Zeit schlagen zwanzig Minuten am Wochenende zur besten.

Drittens: Ehrlichkeit über den eigenen Tag. Wenn Du um sechs aufstehen müsstest, um morgens Ruhe zu finden, und das seit drei Wochen nicht tust, ist der Morgen nicht Deine Zeit. Das ist keine Schwäche, sondern eine Information. Nimm die Zeit, die schon frei ist, statt die, die im Ratgeber steht.

Ein Tag mit mehreren kleinen Momenten

Du musst Dich nicht entscheiden. Viele, die lange dabei sind, meditieren nicht einmal lang, sondern mehrmals kurz: zwei Minuten Atem vor dem ersten Termin, fünf Minuten in der Mittagspause, eine Begleitung zum Einschlafen. Die Momente addieren sich zu einer Grundruhe, die sich mit einer einzelnen Einheit schwer erreichen lässt.

So wird Meditation von einem Programmpunkt zu etwas, das den Tag durchzieht. Nicht als Pflicht, sondern als kleine Erinnerung daran, dass es zwischen zwei Dingen immer einen Atemzug gibt, den Du bewusst nehmen kannst.

Für jede Tageszeit die passende Begleitung

Eine Morgenmeditation klingt anders als eine Einschlafbegleitung, und eine Mittagspause braucht etwas anderes als ein langer Abend. Wenn Du für jede Zeit die passende Stimme hast, fällt die Entscheidung leichter, und das Dranbleiben auch.

Im House of Peace findest Du Meditationen für den Start in den Tag, kurze Minis für zwischendurch, Powernaps für den Nachmittag und lange Begleitungen für die Nacht. Über 600 Audios, sortiert nach dem, was Dein Tag gerade braucht.

Paulina Thurm
Meditationslehrerin, Autorin & Gründerin des House of Peace

Paulina Thurm ist Autorin ("Kleine Meditationen für jede Gelegenheit") und Host des Podcasts "Meditation für jeden Tag", der über 30 Millionen Mal gehört wurde. Im House of Peace begleitet sie Dich mit über 600 Audios durch Deinen Alltag.

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