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Alltag & Situatives

Powernap richtig machen: In wenigen Minuten neue Energie

Ein kurzes Nickerchen am Mittag kann Wunder wirken, wenn man es richtig macht. Zu lang, und man wacht gerädert auf; zur falschen Zeit, und der Nachtschlaf leidet. Wie ein Powernap wirklich funktioniert, wie lange er dauern sollte und warum er echte Selbstfürsorge ist.

Paulina ThurmAktualisiert am 7. September 20268 Min. Lesezeit
Powernap richtig machen: In wenigen Minuten neue Energie

Was ein Powernap ist und warum er wirkt

Ein Powernap ist ein bewusst kurzes Nickerchen, meist am frühen Nachmittag. Sein Sinn ist nicht, den Nachtschlaf zu ersetzen, sondern ein kurzes Tief zu überbrücken und mit frischer Energie weiterzumachen. Schon wenige Minuten Ruhe können die Konzentration und die Stimmung spürbar heben.

Das sogenannte Nachmittagstief, in dem viele müde und unkonzentriert werden, ist ganz natürlich, es gehört zu unserem inneren Rhythmus. Statt sich mühsam dagegen zu kämpfen, kann ein kurzer Powernap genau hier ansetzen und Dir einen frischen Start für den Rest des Tages geben.

Die richtige Länge

Der wichtigste Punkt ist die Dauer: Ein Powernap sollte kurz sein, ungefähr zehn bis zwanzig Minuten. In dieser Zeit erholst Du Dich, ohne in den Tiefschlaf zu rutschen. Aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden ist nämlich der Grund, warum man sich nach einem zu langen Nickerchen oft wie gerädert fühlt.

Wenn Du nur kurz döst, wachst Du dagegen meist erfrischt auf. Stell Dir am besten einen Wecker, damit Du Dich ganz entspannen kannst, ohne auf die Zeit zu achten. Falls Du gar nicht richtig einschläfst: Auch das bloße ruhige Dösen wirkt bereits erholsam.

Der beste Zeitpunkt

Timing macht den Unterschied. Am besten eignet sich der frühe Nachmittag, ungefähr zwischen 13 und 15 Uhr, also genau dann, wenn das natürliche Tief kommt. Später am Tag solltest Du auf ein Nickerchen eher verzichten, weil es sonst Deinen Nachtschlaf stören kann.

Wer abends schlecht einschläft, sollte mit späten Nickerchen also vorsichtig sein. Am frühen Nachmittag hingegen gibt ein Powernap Dir Energie, ohne die Nacht zu beeinträchtigen. Das Beste aus beiden Welten.

So gelingt er

Such Dir einen ruhigen Ort, an dem Du für ein paar Minuten ungestört bist. Das muss kein Bett sein, auch ein Sessel oder das Sofa genügt. Dunkle den Raum etwas ab, wenn möglich, und stell Deinen Wecker. Dann darfst Du bewusst loslassen.

Mach Dir keinen Druck, unbedingt einschlafen zu müssen, gerade der Druck hält oft wach. Es reicht, die Augen zu schließen und zur Ruhe zu kommen. Eine kurze geführte Entspannung oder ruhige Klänge können helfen, schneller abzuschalten und die kurze Pause voll auszukosten.

Der Powernap Schritt für Schritt

Erstens: Zeitpunkt festlegen. Am besten nach dem Mittagessen, zwischen 13 und 15 Uhr, wenn das Tief ohnehin kommt. Zweitens: Wecker stellen, zwanzig Minuten ab dem Hinlegen. Nicht ab dem Einschlafen, denn dann rutschst Du zu leicht in den Tiefschlaf. Drittens: Ort vorbereiten. Sofa, Sessel oder Bett, Raum etwas abdunkeln, Handy auf lautlos, wenn nötig eine Schlafmaske oder eine Jacke über die Augen.

Viertens: Ankommen. Leg Dich hin, schließ die Augen und nimm fünf Atemzüge mit langer Ausatmung. Dann lass den Körper schwer werden und gib die Kontrolle ab. Ob Du einschläfst oder nur döst, ist zweitrangig. Fünftens: Aufwachen. Bleib nach dem Wecker noch eine Minute liegen, streck Dich, atme tief ein, trink ein Glas Wasser und geh ans Tageslicht oder ans Fenster. Das signalisiert dem Körper, dass die Pause vorbei ist.

Wer diesen Ablauf ein paar Tage wiederholt, merkt, wie der Körper ihn lernt. Das Einschlafen geht schneller, das Aufwachen leichter.

Powernap im Büro, im Homeoffice, unterwegs

Im Homeoffice ist es am einfachsten: Sofa, Wecker, fertig. Im Büro braucht es etwas Kreativität. Manche Unternehmen haben Ruheräume, sonst tut es ein Besprechungsraum mit gebuchtem Termin, ein Auto auf dem Parkplatz oder eine Parkbank in der Mittagspause. Ein Powernap im Sitzen mit angelehntem Kopf ist weniger tief, aber besser als keiner.

Unterwegs, etwa in Bahn oder Flugzeug, helfen Kopfhörer mit ruhigen Klängen oder einer kurzen geführten Entspannung, damit die Geräusche der Umgebung in den Hintergrund treten. Eine Schlafmaske ist kein Luxus, sondern das wirksamste Hilfsmittel, das Du für wenig Geld bekommst.

Und wenn es keinen passenden Ort gibt: Fünf Minuten mit geschlossenen Augen am Schreibtisch, Hände im Schoß, langsam atmen. Das ist kein Powernap, aber es nimmt dem Tief die Spitze.

Für wen der Powernap nicht die beste Idee ist

Wer abends schlecht einschläft oder nachts häufig wach liegt, sollte mit Nickerchen vorsichtig sein. Jede Minute Tagschlaf nimmt dem Schlafdruck am Abend etwas weg. In dem Fall ist ein sehr kurzer Nap von zehn Minuten am frühen Nachmittag noch vertretbar, alles darüber hinaus eher nicht. Wer gerade an seinem Nachtschlaf arbeitet, lässt den Powernap am besten ganz weg, bis die Nächte wieder stabil sind.

Auch bei starker Tagesschläfrigkeit, die trotz ausreichend Schlaf jeden Tag auftritt, ist der Powernap keine Lösung, sondern ein Hinweis. Dann lohnt es sich, die Ursache ärztlich abklären zu lassen. Für alle anderen gilt: richtig getimt und kurz gehalten, ist der Powernap eines der einfachsten Werkzeuge für einen guten zweiten Teil des Tages.

Warum er Deiner Frische und Deinem Wohlbefinden guttut

Ein gut getimter Powernap wirkt weit über die paar Minuten hinaus. Viele Menschen fühlen sich danach wacher, konzentrierter und ausgeglichener. Die kurze Erholung wirkt sich positiv auf Aufmerksamkeit und Stimmung aus. Du gehst mit frischer Energie in den Rest des Tages.

Sich diese kleine Auszeit zu gönnen, ist zugleich ein Akt der Selbstfürsorge: Du hörst auf das Bedürfnis Deines Körpers nach Ruhe, statt Dich über Deine Grenzen hinaus anzutreiben. Das tut nicht nur der Leistung gut, sondern auch Deinem allgemeinen Wohlbefinden.

Eine kleine tägliche Auszeit, begleitet

Ein Powernap ist eine der einfachsten Formen, sich mitten im Tag etwas Gutes zu tun. Mit etwas Übung findest Du schnell heraus, welche Länge und welcher Zeitpunkt für Dich am besten passen, und machst die kurze Pause zu einem festen, wohltuenden Teil Deines Tages.

Im House of Peace findest Du geführte Powernaps, die Dich sanft in die Entspannung und wieder heraus begleiten. Gemacht, um Dich in wenigen Minuten erfrischt und mit neuer Energie zurück in den Tag zu bringen.

Häufige Fragen zum Powernap

Wie lange sollte ein Powernap dauern: 10, 20 oder 30 Minuten?

Zehn bis zwanzig Minuten sind für die meisten Menschen ideal. Zehn Minuten reichen oft schon für einen spürbaren Frischeeffekt, zwanzig sind die obere Grenze, bevor der Tiefschlaf beginnt. Dreißig Minuten und mehr enden häufig in der bekannten Benommenheit, aus der man eine halbe Stunde braucht, um wieder klar zu werden.

Ich kann tagsüber nicht einschlafen. Bringt der Powernap trotzdem etwas?

Ja. Schon das ruhige Liegen mit geschlossenen Augen senkt Herzschlag und Anspannung und entlastet die Aufmerksamkeit. Viele Menschen dösen, ohne es zu merken. Mach Dir keinen Druck, einschlafen zu müssen. Der Druck ist das Einzige, was den Effekt zuverlässig verhindert.

Was ist ein Kaffee-Nap und funktioniert das?

Die Idee: direkt vor dem Powernap einen Kaffee trinken. Das Koffein braucht etwa zwanzig Minuten, bis es wirkt, und setzt genau dann ein, wenn Du aufwachst. Viele empfinden das als besonders frisch. Wer koffeinempfindlich ist oder abends Einschlafprobleme hat, lässt es besser, denn das Koffein wirkt bis in den Abend nach.

Ersetzt ein Powernap fehlenden Nachtschlaf?

Nein. Er überbrückt ein Tief und hebt Konzentration und Stimmung für einige Stunden, aber er ersetzt nicht die Tiefschlaf- und Traumphasen der Nacht. Wenn Du regelmäßig tagsüber so müde bist, dass Du ohne Nickerchen nicht durch den Tag kommst, ist das ein Hinweis, dass der Nachtschlaf nicht reicht oder nicht erholsam ist. Dann lohnt sich ein Blick auf Deinen Nachtschlaf und gegebenenfalls ein Gespräch mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

Warum fühle ich mich nach dem Nickerchen schlechter als vorher?

Fast immer, weil es zu lang war und Du aus dem Tiefschlaf geweckt wurdest. Manchmal auch, weil es zu spät am Tag lag und der Körper schon auf die Nacht eingestellt war. Stell den Wecker auf zwanzig Minuten nach dem Hinlegen und bleib beim frühen Nachmittag, dann verschwindet das Problem meist von selbst.

Paulina Thurm
Meditationslehrerin, Autorin & Gründerin des House of Peace

Paulina Thurm ist Autorin ("Kleine Meditationen für jede Gelegenheit") und Host des Podcasts "Meditation für jeden Tag", der über 30 Millionen Mal gehört wurde. Im House of Peace begleitet sie Dich mit über 700 Audios durch Deinen Alltag.

Geführte Powernaps für neue Energie

Im House of Peace findest Du geführte Powernaps, die Dich sanft in die Entspannung und wieder heraus begleiten, für einen frischen, energiegeladenen Rest des Tages.

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